Die mit der Goldkante
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Historie

Die Alliierten versuchten, den Deutschen die Spielregeln des normalen Lebens beizubringen. Boxen, Fechten, Rudern – alles was nur entfernt an Militär erinnerte, war verboten. Erlaubt waren dagegen Seifenkistenrennen, ausgetragen von Fünfjährigen, denen Trümmerberge als Startrampen dienten und ein Care-Paket als Siegprämie winkte. Auch das Kellnerderby, bei dem es galt, ein volles Glas zwei Kilometer im Laufschritt über den Kurfürstendamm zu transportieren, fand großen Anklang. Das Hotel- und Gaststättengewerbe lag darnieder wie fast alles andere auch. Ein paar hundert Gaststätten und einige Hotels hatten zwar die Bombardierungen überstanden, aber sie befanden sich in dem gleichen bejammernswerten Zustand wie die Menschen, die wieder etwas Ablenkung suchten. Die Alliierten richteten eine Polizeistunde ein, doch die Sperrstunde im Ostsektor begann eine Stunde später als im Westsektor. Die Berliner, die mal ausgehen wollten, feierten im Ostteil – ein Desaster für die Gastronomen im Westen.

Etwas müsse passieren, wusste der Gastwirt und Hotelier Heinz Zellermayer und hatte DIE zündende Idee.

Heinz Zellermayer, gerade Obermeister der Gaststätten-Innung Berlin geworden, trotzte dem Stadtkommandanten die völlige Abschaffung der Sperrstunde ab, um das wirtschaftliche Wachstum und die Attraktivität der Stadt zu steigern. Zellermayer machte dem US-General seine Vision vom Wiederaufbau Berlins schmackhaft. Am 20.6.1949 wurde die Sperrstunde für die Gaststättenbetriebe in den Westsektoren Berlins aufgehoben. Somit hatte Berlin ein in ganz Deutschland einzigartiges Privileg und in Heinz Zellermayer einen Pionier in modernem Berlin-Marketing gefunden.

Zu den Freizeitvergnügungen der Berliner gehörten bald auch öffentliche Veranstaltungen, um dem Alltag zu entfliehen. So auch das Kellnerderby des Wahlberliners, Gastromen und Kabarett-Betreibers Emil Remde.

Emil Remde, noch in der glorreichen Zeit der Regierung des Fürsten von Bismarck geboren, bereicherte Berlin mit zahlreichen gastronomischen Unternehmungen. Nach seiner Zeit als Schiffsjunge, Tellerwäscher, Kohlentrimmer und Zirkusconférencier kam er 1909 nach Berlin und gründete – nach dem mitten im Wannsee gelegenen Hausboot-Kabarett „Nirwana“ und dem „Remde’s Hausboot“-Kabarett im Lunapark-Halensee – 1931 das „Remde’s St. Pauli“ in der Rankestraße. Nach dessen Zerstörung 1942 eröffnete Remde 1949 das „Remde’s St. Pauli“ wieder in der Kantstraße. Das „Remde’s St. Pauli“ gehörte zu der Weltstadt wie das Brandenburger Tor oder der Kurfürstendamm. Inmitten dieses Wirkungskreises zwischen Gedächtniskirche und Halensee veranstaltete Emil Remde mit Hilfe der Concierge-Vereinigung „Die Goldenen Schlüssel“ und dem Internationalen Genfer Verband, unterstützt von Hotel und Gastronomie, wie Hotel Kempinski, und Unternehmen wie KaDeWe, Scharlachberg Meisterbrand und der Schultheiss Brauerei, das jährliche Kellnerderby auf dem Kurfürstendamm.

Der Internationale Genfer Verband war eine Berufsvereinigung der Hotel-, Restaurant- und Café-Angestellten. Er vertrat seine Mitglieder bei Fragen wie Lohn-, Sachleistungs-, Trinkgeldregelung sowie Qualifizierung. Bis in die 60er-Jahre organisierte der Genfer Verband auch in Hamburg, Wien und London Kellnerderbys.

Heute wird die Hotellerie und Gastronomie in Deutschland vom DEHOGA Bundesverband (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband Berlin e.V.) vertreten. Dazu gehören etwa 240.000 Betriebe, fast eine Million Beschäftigte und über 100.000 Auszubildende. Untergliedert in 17 Landes- und drei Fachverbände macht der DEHOGA seit 1949 Branchenpolitik für die kleine Kneipe um die Ecke bis hin zum Luxushotel. Heinz Zellermayer ist das einzige noch lebende Gründungsmitglied.

Das Neue Kranzler Eck – wo die Zukunft Tradition hat

Zu Beginn des neuen Jahrtausends feierte das Neue Kranzler Eck seine Eröffnung. Der imposante Gebäudekomplex setzt unter Einschluss der denkmalgeschützten Bauten wie der zweigeschossigen Ladenzeile, dem Café Kranzler, dem Victoriahaus (heute Lindner Hotel AM KU’DAMM) und KARSTADT sports – allesamt Zeugnisse der 50er-Jahre-Architektur von Hanns Dustmann – ein architektonisch innovatives Zeichen.

Wie der Bug eines riesigen Schiffes ragt die Spitze des 16-geschossigen, 54 Meter hohen Gebäudes nahe der Ecke Joachimstaler Straße an den Kurfürstendamm heran. Beim Anblick des visionär wirkenden Baues des deutsch-amerikanischen Star-Architekten Helmut Jahn geht die Phantasie des Betrachters auf Reisen. Was verbirgt sich hinter den schillernden Glasfassaden? Welche neuen Ideen werden an diesem traditionsreichen Ort verwirklicht?

Im Innenbereich des Quartiers erheben sich mit 12 bzw. 22 Metern die höchsten kegelförmigen Volieren Europas, die über 130 exotische Vögel beherbergen. Neben dem beschaulichen Volierengarten erwarten den Besucher Top-Mode, starke Marken und Mega-Stores, ein Multimedia Hotel, eine Wellness-Landschaft und immer wieder Aufsehen erregende Events.

Trotz aller Modernität wird auch an alte Traditionen angeknüpft. In der Rotunde des neuen Café Kranzler können bei Kaffee und Kuchen sowie mit herrlichem Blick auf den Kurfürstendamm nostalgische Gefühle gepflegt werden. Schon in den wilden 20er-Jahren traf sich hier das bunte Berlin im legendären Café „Größenwahn“.

Es ist wohl die spannende Mischung aus Altem und Neuem sowie aus modernem Büroraum, Einzelhandel, hochwertigen kulinarischen Angebote und vielfältigen Freizeitnutzungen, die das Neue Kranzler Eck zu einem beliebten Treffpunkt für Berliner und Touristen in der City West macht.

 









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